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Radar e. V. - Radio Darmstadt

Aurel Jahn, Sawai Masako, Kamisawa Chihiro, Mochizuki Koji, Christoph Pistner
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| 6046 Klicks | 17:00 Uhr, 30.04.2013

Fukushima Apr. 2013

Der 3 fach Supergau Fukushima ist 2 Jahre her, doch was hat sich getan und was steht den Menschen der Region noch bevor?

Citizens' Nucleear Information Center (abgekürzt CNIC) ist ein wissenschaftliches Beratungsinstitut, das sich mit der Sicherheit der Atomkraftwerke beschäftigt.
Das Ökoinstitut, dessen Leiter Michael Sailer in Darmstadt studiert hat, beschäftigt sich auch mit diesen Themen.
Beide Institute beraten die Regierungen, Gemeinden und erstellen Gutachten über Auswirkungen von Atomanlagen. CNIC hat ein Fukushima Gutachten für das Japanische Parlament erstellt.
Anlässlich eines wissenschaftlichen Austausches waren Sawai Masako und Kamisawa Chihiro mit ihrem Übersetzer Mochizuki Koji im Darmstädter Ökoinstitut, in dem sie Fachgespräche unter anderem mit Dr. Christoph Pistner Experte zu den Themen Anlagensicherheit, Systemanalyse und Kerntechnik zu führten.
Aurel Jahn von Radio Darmstadt hatte die Gelegenheit diese hochkarätigen aber von der Atomindustrie unabhängigen Wissenschaftler zu treffen.
Dabei erfuhr er unter anderem:
Die Brennstäbe in den Abklingbecken der zerstörten Reaktoren zu entnehmen bereitet riesige Probleme, da die Entnahmevorrichtung durch die Explosion zerstört wurde und es wegen der Radioaktivität sehr schwierig ist, einen Ersatz aufzubauen. Es wird trotz großer Anstrengung noch mehrere Jahre dauern, bis alle Brennstäbe aus dem baufälligen Gebäude geborgen sind. Ein Erdbeben (und die gibt es in Japan häufig) könnte das Gebäude um Einsturz bringen. Eine mögliche Folge währe, dass eine sehr große Menge Radioaktivität frei gesetzt werden könnte.
Das normale Kühlsystem ist vollkommen zerstört, derzeit (und auf längere Zukunft) gibt es nur ein provisorisches Kühlsystem. Dieses hat statt der für den sicheren Betrieb notwendigen 3 Kreisläufe nur einen einzigen und das wurde schon 2 mal durch Ratten außer Kraft gesetzt, was erhebliche Risiken mit sich brachte.
Das Kühlwasser ist hoch radioaktiv belastet und es besteht offenbar eine Verbindung zum Grundwasser, denn es wird mehr.
Da durch ein einziges Ereignis gleich 3 Atomkraftwerke havariert sind, ist klar geworden, daß die Ursache weder „Pech” noch „menschliches Versagen” war, sondern ein grundsätzlicher systematischer Fehler.

Die Fragen sind Deutsch, die Antworten Japanisch, jeweils mit Übersetzung.
Foto: Öko-Institut e.V. (Bearbeitet von Aurel Jahn)